Wir sind (ver)fassungslos… 2

Heute Morgen Postfach aufgemacht und den zweiten Teil der Klatschpresse als Mail bekommen. Wollen wir euch natürlich nicht vorenthalten. Aber um das vorab klar zu stellen. Wir haben alles selbst gemacht! Freuen uns schon auf nächstes Wochenende!

…“Tag 2 des Lauschangriffs auf die Notgemeinschaft Peter Pan.

11:42 Uhr: Aaaaalter!!! Wir schlagen hier gerade auf und die sind schon voll dabei. Was das ganze nu mit Punk zu tun haben soll weiß kein Mensch. Also vor Mittag anzufangen. Erstmal ne Dose Bier und Ravioli zum Frühstück. Heute Morgen sind wir wieder zu Fuß gekommen. Wenn es dunkel wird holen wir aber echt ma den Leiterwagen. Es sei denn das Sturmtief „Felix“ macht uns einen Strich durch die Rechnung und den Leiterwageneinsatz unmöglich.

12:04 Uhr: Der Regen kommt horizontal von vorne. Die Band scheint sich etwas besser eingespielt zu haben als gestern.

12:18 Uhr: Felix ist ein Hurensohn.

12:45 Uhr: Stille aus dem Studio. Wer früh anfängt darf scheinbar auch früh Mittag machen. Wir beschließen uns ein etwas geschützteres Plätzchen zu suchen. Der Wind is echt zu doll.

13:21 Uhr: Die Notgemeinschaft postet auf Facebook den Entwurf des neuen Covers und enthüllt den Namen der Platte. Ganz nebenbei werden wir als „so genannte“ und „Musikjournalisten“ verunglimpft.

14:36 Uhr: Oh Scheiße! Das eben war nur der kleine Bruder von Felix. Hier fliegt gerade alles durch die Luft. Kühe, Bäume, Autos. Wir brechen erstmal ab und verziehen uns in unseren Leiterwagen.

14:42 Uhr: Auf dem Weg kommen uns Tiere entgegen. Wildschweine, Damwild, Hase, Fuchs und Igel fliehen aus dem Gehölz. Der Leiterwagen steht noch da wo wir ihn geparkt hatten. Nur ist der Wald nicht mehr da wo er vorher war. An der Windschutzscheibe unseres Gefährts klebt ein kleines Eichhörnchen. Es hat leider den Anschluss verpasst und es nicht geschafft. Das nächste Dosenbier trinken wir in der Fahrerkabine. Ein Prosit auf unseren pelzigen kleinen Freund, der sich nur noch bewegt wenn man die Scheibenwischer anstellt.

17:06 Uhr: Der Sturm ist erstmal etwas schwächer geworden und wir fahren mit dem Leiterwagen in Richtung Studio. Wir müssen einige herabgestürzte Äste vom Weg räumen um voran zu kommen.

18:24 Uhr: Das tote Eichhörnchen begleitet uns und winkt, vom Fahrtwind angetrieben, freundlich der nicht anwesenden Dorfbevölkerung zu.

18:26 Uhr: Langsam hab ich echt die Schnauze voll, diesen ganzen Aufwand zu betreiben. Aber jetzt sind wir endlich angekommen und fahren die Leiter aus. Geschützt von der Dunkelheit klettern wir hoch bis in den ersten Stock und gucken durch´s Fenster.

18:37 Uhr: Offensichtlich wurde die Band ausgetauscht. Das was Lennert da gerade, an einem riesenhaften Mischpult sitzend, abmischt kann einfach nicht von der gleichen Band eingespielt worden sein die wir gestern gehört haben. Die Notgemeinschaft steht Biere trinkend und die Köpfe nickend hinter dem Aufnahmeleiter. Sie scheinen zufrieden mit dem Ergebnis.
Und das können sie unserer Meinung nach auch sein. Egal wer den Kram nun in Wirklichkeit eingespielt hat, es scheint eine runde Sache zu werden. Die Leiter beginnt bedrohlich zu schwanken. Felix ist noch immer nicht in Gänze vorbei gezogen. Wir beschließen an dieser Stelle abzubrechen. Wir haben was wir wollten. Wir sind die ersten Menschen die einen fertigen Song der neuen Platte, wenn auch in der Rohfassung, hören durften.
Wie wir nun wissen wird sie „Dirigenten, Dompteure, Diktatoren“ heißen. Nur das Cover erinnert uns irgendwie an eine frühe Scheibe von Muff Potter.

18:45 Uhr: Leiter ist eingefahren und M. lenkt den Wagen Richtung Autobahn. Ich sitze auf dem Beifahrersitz und öffne noch ein Dosenbier. Freut euch auf die Platte, Leute! Sie wird nicht so schlecht wie erst gedacht. Eher so der Hammer. Kauft sie! Alle! Tut es für das Eichhörnchen…

Eure C. und M….“