Wir sind (ver)fassungslos…

Moin Freunde. Folgender Text wurde uns heute per Mail zugespielt. Wir sind (ver)fassungslos….

„…Lauschangriff bei der Notgemeinschaft Peter Pan

Nach der Veröffentlichung der Split LP Keine Farben/Punk Noire, Der LP Mit Herzblut und Narrenhand, der 7“ Kampfansage Stagnation und eines Chronologie-Tapes haut die Notgemeinschaft Peter Pan im Mai ihre neue LP raus. Der Titel für das kommende Werk ist uns leider noch nicht bekannt. In Punkerkreisen wird gemunkelt, er hätte irgendwas mit Kirmes oder Fasching zu tun. Aber wir haben mal ein bisschen Mäuschen gespielt und sind einfach nach Neuenkirchen bei Soltau gefahren, wo die vier Möchtegernadoleszenten ihr erstes Studiowochenende verbrachten. Einfach um vorab ein Bisschen was zu erspitzeln. Da wir die Gegebenheiten in den Freezer-Studios kennen haben wir für die Anreise statt unseres B Kadetts den Leiterwagen genommen, um dann auch mal durch das Fenster ins Innere blicken zu können. Und wer hätte das gedacht, die Mission war erfolgreich auch wenn es lange nicht danach aussah!

15:12 Uhr: Den Leiterwagen haben wir unauffällig im Wald geparkt um uns erstmal zu Fuß an das Studio ran zu pirschen.

15:16 Uhr: Wir kauern hinter einer Hecke. Die dörfliche Tristesse wird unterbrochen, denn die Band fährt vor und beginnt ihr Auto auszuladen. 2 Kisten Bier, 2 Sixpacks Jever Fun, Tüten voller Essen und ein paar Instrumente werden ins Innere des Studios geschleppt. Auffällig ist zum einen das Jever Fun und zum anderen, dass der Sänger fehlt. Sibbe ist sich wohl mittlerweile zu fein für körperliche Arbeit.

15:24 Uhr: Alles scheint verstaut. Wir beschließen mit dem Leiterwagen noch zu warten, bis Sibbe auch da ist. Wollen ja nicht auf frischer Tat ertappt werden.

15:56 Uhr: Zum Glück haben wir ne Isomatte dabei und unsere warmen Parka an. Außerdem zaubert mein Kollege M. ein Kartenspiel aus seiner Hosentasche.

16:25 Uhr: Ich hab nen Lauf! Schon das achte Mau-Mau-Match in Folge geht an mich.

16:55 Uhr: Es ist kalt, nass, grau und stürmisch. Sibbe, der Arsch, is immer noch nicht da aber man hört aus dem Innern des Studios Stemmens und Oris zaghaften Versuch, die Instrumente zu stimmen.

17:15 Uhr: Oh man. Was für eine beschissene Scheißidee. Seit zwei Stunden hängen wir hier ab und es tut sich nichts. Wir rauchen zu viele Zigaretten und trinken Dosenbier.

17:36 Uhr: Ich öffne noch ein Dosenbier.

17:37 Uhr: M. öffnet noch ein Dosenbier.

17:56 Uhr: Ein dunkler Golf fährt auf den Hof. Endlich! Der Sänger der Notgemeinschaft steigt aus der Golf fährt weiter. Mit fast dreistündiger Verspätung. Da kann man schon von Starallüren sprechen.
Er schaut sich kurz um, als ahne er irgendetwas. Doch er sieht uns nicht, wie wir hier hinter der Hecke sitzen und geht hinein ins Studio.

18:06 Uhr: Wir beschließen die Leiterwagen-Aktion auf morgen zu verschieben. Heute wird hier wohl nicht mehr all zu viel passieren. Und das was passiert, kann man sicher auch von hier unten hören.

19:14 Uhr: M. liegt zusammengekauert auf der Isomatte. Mit dem Kopf auf meinem Knie ist er eingeschlafen. Sieht ein bisschen aus wie ein kleines Baby. Es stürmt.

19:35 Uhr: Wenn das, was ich gerade höre zum neuen Album gehören soll dann gute Nacht. Sicher, es ist schwer die vorangegangenen Veröffentlichungen zu toppen aber der Anspruch sollte doch wohl sein es zumindest zu versuchen. Auch M. ist wieder wach und kann nicht fassen was er da hört. Wir hoffen beide, dass der Tontechniker in der Lage sein wird aus Scheiße Gold zu machen.

19:57 Uhr: Wir beschließen eine Runde durch´s Dorf zu drehen und eine Pizza essen zu gehen. Unseren Kram können wir hier hinter der Hecke liegen lassen. Es ist eh stockfinster.

21:07 Uhr: Falls es euch mal nach Neuenkirchen bei Soltau verschlägt, die Pizza ist sehr zu empfehlen. Und der Averna hat uns gut aufgewärmt. Wir beziehen wieder unseren Posten und trinken noch ein Dosenbier. Aus dem Studio scheppert krachend Schlagzeug, Bass und Gitarre. Immer und immer wieder der Anfang irgendeines Songs. Wir können nicht ausmachen wer sich da ständig verspielt. Es ist grauenhaft. Und gleich noch mal von vorne…

21:45 Uhr: Unfassbar. Das bekommen die Stümper nie hin…

00:49 Uhr: Shit! Wir sind voll eingepennt. Es ist eisig kalt. Um uns herum nur Dunkelheit und Stille. Das Auto mit dem die Band angereist ist steht nicht mehr an seinem Platz. Pennen die etwa im Hotel oder was? Punkverräter! Wir brechen den Lauschangriff für heute ab und gehen zum Leiterwagen um ein wenig Wärme zu erfahren und weiter zu pennen. Morgen dann mehr.
Liebe Grüße C. und M. …“