Archiv für Januar 2015

Wir sind (ver)fassungslos… 2

Heute Morgen Postfach aufgemacht und den zweiten Teil der Klatschpresse als Mail bekommen. Wollen wir euch natürlich nicht vorenthalten. Aber um das vorab klar zu stellen. Wir haben alles selbst gemacht! Freuen uns schon auf nächstes Wochenende!

…“Tag 2 des Lauschangriffs auf die Notgemeinschaft Peter Pan.

11:42 Uhr: Aaaaalter!!! Wir schlagen hier gerade auf und die sind schon voll dabei. Was das ganze nu mit Punk zu tun haben soll weiß kein Mensch. Also vor Mittag anzufangen. Erstmal ne Dose Bier und Ravioli zum Frühstück. Heute Morgen sind wir wieder zu Fuß gekommen. Wenn es dunkel wird holen wir aber echt ma den Leiterwagen. Es sei denn das Sturmtief „Felix“ macht uns einen Strich durch die Rechnung und den Leiterwageneinsatz unmöglich.

12:04 Uhr: Der Regen kommt horizontal von vorne. Die Band scheint sich etwas besser eingespielt zu haben als gestern.

12:18 Uhr: Felix ist ein Hurensohn.

12:45 Uhr: Stille aus dem Studio. Wer früh anfängt darf scheinbar auch früh Mittag machen. Wir beschließen uns ein etwas geschützteres Plätzchen zu suchen. Der Wind is echt zu doll.

13:21 Uhr: Die Notgemeinschaft postet auf Facebook den Entwurf des neuen Covers und enthüllt den Namen der Platte. Ganz nebenbei werden wir als „so genannte“ und „Musikjournalisten“ verunglimpft.

14:36 Uhr: Oh Scheiße! Das eben war nur der kleine Bruder von Felix. Hier fliegt gerade alles durch die Luft. Kühe, Bäume, Autos. Wir brechen erstmal ab und verziehen uns in unseren Leiterwagen.

14:42 Uhr: Auf dem Weg kommen uns Tiere entgegen. Wildschweine, Damwild, Hase, Fuchs und Igel fliehen aus dem Gehölz. Der Leiterwagen steht noch da wo wir ihn geparkt hatten. Nur ist der Wald nicht mehr da wo er vorher war. An der Windschutzscheibe unseres Gefährts klebt ein kleines Eichhörnchen. Es hat leider den Anschluss verpasst und es nicht geschafft. Das nächste Dosenbier trinken wir in der Fahrerkabine. Ein Prosit auf unseren pelzigen kleinen Freund, der sich nur noch bewegt wenn man die Scheibenwischer anstellt.

17:06 Uhr: Der Sturm ist erstmal etwas schwächer geworden und wir fahren mit dem Leiterwagen in Richtung Studio. Wir müssen einige herabgestürzte Äste vom Weg räumen um voran zu kommen.

18:24 Uhr: Das tote Eichhörnchen begleitet uns und winkt, vom Fahrtwind angetrieben, freundlich der nicht anwesenden Dorfbevölkerung zu.

18:26 Uhr: Langsam hab ich echt die Schnauze voll, diesen ganzen Aufwand zu betreiben. Aber jetzt sind wir endlich angekommen und fahren die Leiter aus. Geschützt von der Dunkelheit klettern wir hoch bis in den ersten Stock und gucken durch´s Fenster.

18:37 Uhr: Offensichtlich wurde die Band ausgetauscht. Das was Lennert da gerade, an einem riesenhaften Mischpult sitzend, abmischt kann einfach nicht von der gleichen Band eingespielt worden sein die wir gestern gehört haben. Die Notgemeinschaft steht Biere trinkend und die Köpfe nickend hinter dem Aufnahmeleiter. Sie scheinen zufrieden mit dem Ergebnis.
Und das können sie unserer Meinung nach auch sein. Egal wer den Kram nun in Wirklichkeit eingespielt hat, es scheint eine runde Sache zu werden. Die Leiter beginnt bedrohlich zu schwanken. Felix ist noch immer nicht in Gänze vorbei gezogen. Wir beschließen an dieser Stelle abzubrechen. Wir haben was wir wollten. Wir sind die ersten Menschen die einen fertigen Song der neuen Platte, wenn auch in der Rohfassung, hören durften.
Wie wir nun wissen wird sie „Dirigenten, Dompteure, Diktatoren“ heißen. Nur das Cover erinnert uns irgendwie an eine frühe Scheibe von Muff Potter.

18:45 Uhr: Leiter ist eingefahren und M. lenkt den Wagen Richtung Autobahn. Ich sitze auf dem Beifahrersitz und öffne noch ein Dosenbier. Freut euch auf die Platte, Leute! Sie wird nicht so schlecht wie erst gedacht. Eher so der Hammer. Kauft sie! Alle! Tut es für das Eichhörnchen…

Eure C. und M….“

Wir sind (ver)fassungslos…

Moin Freunde. Folgender Text wurde uns heute per Mail zugespielt. Wir sind (ver)fassungslos….

„…Lauschangriff bei der Notgemeinschaft Peter Pan

Nach der Veröffentlichung der Split LP Keine Farben/Punk Noire, Der LP Mit Herzblut und Narrenhand, der 7“ Kampfansage Stagnation und eines Chronologie-Tapes haut die Notgemeinschaft Peter Pan im Mai ihre neue LP raus. Der Titel für das kommende Werk ist uns leider noch nicht bekannt. In Punkerkreisen wird gemunkelt, er hätte irgendwas mit Kirmes oder Fasching zu tun. Aber wir haben mal ein bisschen Mäuschen gespielt und sind einfach nach Neuenkirchen bei Soltau gefahren, wo die vier Möchtegernadoleszenten ihr erstes Studiowochenende verbrachten. Einfach um vorab ein Bisschen was zu erspitzeln. Da wir die Gegebenheiten in den Freezer-Studios kennen haben wir für die Anreise statt unseres B Kadetts den Leiterwagen genommen, um dann auch mal durch das Fenster ins Innere blicken zu können. Und wer hätte das gedacht, die Mission war erfolgreich auch wenn es lange nicht danach aussah!

15:12 Uhr: Den Leiterwagen haben wir unauffällig im Wald geparkt um uns erstmal zu Fuß an das Studio ran zu pirschen.

15:16 Uhr: Wir kauern hinter einer Hecke. Die dörfliche Tristesse wird unterbrochen, denn die Band fährt vor und beginnt ihr Auto auszuladen. 2 Kisten Bier, 2 Sixpacks Jever Fun, Tüten voller Essen und ein paar Instrumente werden ins Innere des Studios geschleppt. Auffällig ist zum einen das Jever Fun und zum anderen, dass der Sänger fehlt. Sibbe ist sich wohl mittlerweile zu fein für körperliche Arbeit.

15:24 Uhr: Alles scheint verstaut. Wir beschließen mit dem Leiterwagen noch zu warten, bis Sibbe auch da ist. Wollen ja nicht auf frischer Tat ertappt werden.

15:56 Uhr: Zum Glück haben wir ne Isomatte dabei und unsere warmen Parka an. Außerdem zaubert mein Kollege M. ein Kartenspiel aus seiner Hosentasche.

16:25 Uhr: Ich hab nen Lauf! Schon das achte Mau-Mau-Match in Folge geht an mich.

16:55 Uhr: Es ist kalt, nass, grau und stürmisch. Sibbe, der Arsch, is immer noch nicht da aber man hört aus dem Innern des Studios Stemmens und Oris zaghaften Versuch, die Instrumente zu stimmen.

17:15 Uhr: Oh man. Was für eine beschissene Scheißidee. Seit zwei Stunden hängen wir hier ab und es tut sich nichts. Wir rauchen zu viele Zigaretten und trinken Dosenbier.

17:36 Uhr: Ich öffne noch ein Dosenbier.

17:37 Uhr: M. öffnet noch ein Dosenbier.

17:56 Uhr: Ein dunkler Golf fährt auf den Hof. Endlich! Der Sänger der Notgemeinschaft steigt aus der Golf fährt weiter. Mit fast dreistündiger Verspätung. Da kann man schon von Starallüren sprechen.
Er schaut sich kurz um, als ahne er irgendetwas. Doch er sieht uns nicht, wie wir hier hinter der Hecke sitzen und geht hinein ins Studio.

18:06 Uhr: Wir beschließen die Leiterwagen-Aktion auf morgen zu verschieben. Heute wird hier wohl nicht mehr all zu viel passieren. Und das was passiert, kann man sicher auch von hier unten hören.

19:14 Uhr: M. liegt zusammengekauert auf der Isomatte. Mit dem Kopf auf meinem Knie ist er eingeschlafen. Sieht ein bisschen aus wie ein kleines Baby. Es stürmt.

19:35 Uhr: Wenn das, was ich gerade höre zum neuen Album gehören soll dann gute Nacht. Sicher, es ist schwer die vorangegangenen Veröffentlichungen zu toppen aber der Anspruch sollte doch wohl sein es zumindest zu versuchen. Auch M. ist wieder wach und kann nicht fassen was er da hört. Wir hoffen beide, dass der Tontechniker in der Lage sein wird aus Scheiße Gold zu machen.

19:57 Uhr: Wir beschließen eine Runde durch´s Dorf zu drehen und eine Pizza essen zu gehen. Unseren Kram können wir hier hinter der Hecke liegen lassen. Es ist eh stockfinster.

21:07 Uhr: Falls es euch mal nach Neuenkirchen bei Soltau verschlägt, die Pizza ist sehr zu empfehlen. Und der Averna hat uns gut aufgewärmt. Wir beziehen wieder unseren Posten und trinken noch ein Dosenbier. Aus dem Studio scheppert krachend Schlagzeug, Bass und Gitarre. Immer und immer wieder der Anfang irgendeines Songs. Wir können nicht ausmachen wer sich da ständig verspielt. Es ist grauenhaft. Und gleich noch mal von vorne…

21:45 Uhr: Unfassbar. Das bekommen die Stümper nie hin…

00:49 Uhr: Shit! Wir sind voll eingepennt. Es ist eisig kalt. Um uns herum nur Dunkelheit und Stille. Das Auto mit dem die Band angereist ist steht nicht mehr an seinem Platz. Pennen die etwa im Hotel oder was? Punkverräter! Wir brechen den Lauschangriff für heute ab und gehen zum Leiterwagen um ein wenig Wärme zu erfahren und weiter zu pennen. Morgen dann mehr.
Liebe Grüße C. und M. …“